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Irrungen und Wirrungen des Web 2.0 – Ignorierte Browsertechnologien

von admin am 30. Oktober 2009

Auf dem freien Markt existieren momentan (Stand Oktober 2009) fünf Browser in Konkurrenz. Der nicht sterben wollende Internet Explorer von Microsoft, Mozilla’s Firefox, Apple’s Safari, Opera und neuerdings Google Chrome. Heute – der Zenit des Unwortes Web 2.0 ist längst überschritten – sind Technologien wie XHTML, PHP, JavaScript und CSS aus dem Gesamtkomples “Internet” nicht mehr wegzudenken. Seit vielen Jahren werden Standards vom World Wide Web Consortium (W3C) entwickelt, getestet, veröffentlicht und gepflegt…

Das Dilemma: Wer ist schuldig?

Leider halten sich nur wenige Entwickler an diese sinnvollen Standards. Die Webdesigner (und solche, die meinen, sie seien Profis, weil sie den Namen Dreamweaver oder Photoshop schon einmal gehört haben) konzipieren ausgeklügelte Designs und programmieren wirklich tolle Websites. Die Browserhersteller bemühen sich zeitgleich allesamt um Konformität und die Einhaltung der oben genannten W3C Standards.

Der Endbenutzer allerdings kümmert sich einen Dreck um scheinbar komplizierte Standards und Technologien. Er möchte lediglich konsumieren. Er will Youtube benutzen. Er möchte bei Ebay kaufen und verkaufen. Er lechzt nach Aufmerksamkeit in tausenden Communities und sogenannten Social Networks. Er weiß nichts von Standards und er will auch nichts davon wissen…

Der Endnutzer ist faul und ignorant

Das Internet ist ein Medium, vergleichbar mit einer herkömmlichen gedruckten Zeitung. Man kauft sich diese Zeitung (DSL-Anschluss, Telefonvertrag) und liest sie (Youtube, Communites, Ebay, etc.) – schließlich wirft man sie in die Mülltonne. Der Endnutzer ist gierig. Er beschwert sich ständig über nicht funktionierende Dinge. Nicht ausschließlich im digitalen Leben. Der durchschnittliche Endnutzer (Angestellte, Arbeiter, etc.) ist auf der Flucht, weil sein Leben beschissen verläuft. Er möchte immer mehr. Mehr Unterhaltung. Entertainment. Am liebsten 24 Stunden pro Tag. Die Fernseher laufen heiß und auch die Youtube-Kanäle.

Das Damokles-Schwert “Anbindung + Bandbreite” schwebt für diese Art Internetnutzer völlig unsichtbar über dem genervten, aggressiven Kopf und wenn es fällt, dann sind Webdesigner und Browserhersteller Schuld an der Misere. Der Konsum muss ohne Verzögerung – in Echtzeit – vollzogen werden; ansonsten droht ein Erwachen und die Gewahrwerdung der eigenen Lächerlichkeit. Der kleine Mann. Die kleine Frau. Sie beschweren sich.

Ungenutzte (Browser-)Alternativen

Psychologisch angehauchte Individuen mögen mir trotz ihrer vorschnellen Diagnose verzeihen! Ich rege mich nicht künstlich auf, sondern sehr natürlich. Ich rege mich auf und ich mache meinen Unmut publik. So können wir uns entwickeln. Valium brauche ich nicht, also bitte keine Vorschläge dieser Art feilbieten.

Es geht um die ungenutzten Alternativen, die alle frei zugänglich sind und noch dazu kostenlos. Ich spreche von vier Browsern – die fünf oben genannten sind eine interessante Quinte, jedoch bevorzuge ich reine Quarten. Das bedeutet, dass in meiner Rechnung der in Windows so heimtückisch integrierte Internet Explorer subtrahiert, dividiert und radiziert wird. Und zwar solange, bis davon kein Bit mehr übrig ist. Der Internet Explorer ist ein Stück Softwaregeschichte und gehört seit Jahren schon ins Museum. Die Zukunft gehört CSS3 und bald auch HTML5 – Standards, die das Web X.0 sinnvoll erweitern. Microsoft bremst diese wünschenswerte Entwicklung. Microsoft bremst den Fortschritt.

Microsoft trifft keine Schuld

Dennoch gebe ich nicht den Redmonder Riesen die Schuld an den Irrungen und Wirrungen des Web 2.0 – nein, ich kritisiere wieder ausschließlich die Endnutzer. Die Menschen, die aus Mangel an Interesse und schlichter Bequemlichkeit nicht bereit sind, über den Tellerrand zu schauen. Hinter dem prall gefüllten Teller existieren nämlich für Endnutzer unsichtbare (Browser-)Alternativen. Diese alternativen Programme nutzen die heutigen Technologien, um die Nutzung des Internets interessanter zu gestalten.

Letztlich würde gerade der faule Durchschnittssurfer davon profitieren, wenn er wenigstens einmal den Wechsel zum vorbildlichen Firefox (3.5) oder dem auf reine Geschwindigkeit zugeschnittenen Opera-Browser (10.0) wagen würde. Google hat nur wenige Jahre in die Entwicklung ihres Browsers Chrome (2.0) gesteckt und übertrumpft das Urgestein IE (7/8) in allen Disziplinen. Auch Apple ist mutig. Der Safari-Browser (4.0) – ursprünglich exklusiv für Mac-User erhältlich – ist längst eine interessante Alternative auf dem Browsermarkt.

Kategorie Persönlich
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