Blogger verstehen es nicht

Was die meisten (deutschen) Blogger leider nicht verstehen wollen

von admin am 1. November 2009

Es gibt tausend Blogs. Nein, es gibt Millionen! Es gibt sogar mittlerweile 1.000.000+ Blogs in deutscher Sprache. Eine beeindruckende Zahl, oder nicht? Ich empfinde pure Freude, wenn ich daran denke, dass so viele Menschen ihre Gedanken mit der Welt teilen. Zwar hauptsächlich digital – aber gerade dafür ist das Internet gedacht. Es geht darum, dass die Menschen ihre Gedanken vernetzen. Ideen, Visionen und Meinungen sollen verknüpft werden; mehr noch: Alles soll Eins sein. Das funktioniert in vielen Fällen wunderbar, beispielsweise auf Wikipedia.org. Dort kann jeder, der denkt/glaubt, qualifiziert zu sein, beim weltgrößten Lexikon mitwirken. Jeder ist eingeladen, niemand wird ausgeschlossen (Scientology zählt scheinbar nicht zum Begriff “jeder”).

Die Kehrseite: Das (deutsche) Dilemma

Mit dem Einzug von Blogs in die digitale Welt ist es kinderleicht geworden, sich mit anderen Menschen (Bloggern) zu vernetzen. Ursprünglich ist das Internet – das Web X.0 – dazu gedacht, dass alle miteinander 1.) kommunizieren und 2.) sich verbinden, um ein großes Ganzes zu werden. Diese tolle Idee verläuft zusehends im Sande. Das Problem ist bei den Bloggern zu suchen. Ich finde das Problem sogar ausschließlich bei den Bloggern. Nicht bei allen, sondern bei denjenigen, die glauben, sie könnten/dürften/müssten das Web und seine Mitglieder (andere Blogger) erziehen und bevormunden.

Mein Schlüsselerlebnis zu diesem Dilemma ereignete sich zu Beginn meiner “Karriere” als Blogger/Web-Publisher im Jahr 2008. Ich hatte von Blogs keine Ahnung und habe mir eine frische WordPress-Kopie auf meinem Webspace eingerichtet (heute unter Salaazy.org zu erreichen) und fröhlich angefangen, meine ersten Einträge zu verfassen. Schon bald erkannte ich, dass einige Blogger arrogant und schlicht dumm sind. Ich klickte mich von Blog zu Blog (das Thema war “Kommentare – wie man mehr bekommt”) und erkannte weiterhin, dass diese arroganten Blogger bestimmte Bereiche des Web X.0 dominieren und völlig verantwortungslos mit Reichweite, Pagerank und allgemein Autorität umgehen.

Mein Beitrag zum Thema “Kommentare – wie man mehr bekommt” wurde innerhalb weniger Tage circa zehn mal kommentiert und darunter war ein Blogger, der sich über mich und meine Art (die Methode, nach welcher ich mir Blogs aussuche, um dort Kommentare zu verfassen) aufregte. Nennen wir das sprichwörtliche Kind beim Namen: Luca Hammer (2-blog.net) wollte mich erziehen, indem er einen Kommentar von mir auf seiner Seite dahingehend zensierte, dass er den im Kommentar enthaltenen Backlink zu meiner Seite entfernte. Er unterstellte mir – ich zitiere – Spam:

Mit dem Gedanken Leser auf den eigenen Blog zu bekommen zu kommentieren, kann auch schon als Spam angesehen werden. Besonders bei einem mit Werbung vollgepflasterten Blog.

Und:

Ich muss einen Blogger kritisch betrachten, wenn er einmal quer durch meine Blogroll auftaucht und zu irgendwelchen Beiträgen kommentiert. Die Kommentare sind jedoch nicht kompletter Unsinn oder schlecht geschrieben, sondern es scheint tatsächlich Können dahinter. Erinnert mich etwas an Fast Blogfinder. Aber auch egal. Ich werde den Link entfernen. Ich denke du hättest das Potential auf einem anderem Weg viel erfolgreicher zu werden.

Und als Antwort auf meine Meinung, dass sich Luca Hammer ziemlich arrogant und für seine Position (er ist ein kleines Licht, mehr nicht!) völlig unangemessen gegenüber einem Blog-Greenhorn wie mir verhält, kam folgende Reaktion. Ich hatte Luca H. unterstellt, dass er auf einem so hohen Ross zu sitzen glaubt, weil sein Pagerank zu dem Zeitpunkt fünf von zehn (PR 5/10) möglichen Punkten anzeigte…

Ich habe Pagerank 5? Bedeutet was? Dass Google mir mehr Besucher abwirft als dir? Und ja ich verdiene mit meinem Blog etwas dazu. Und nein, der Banner auf der Seite ist nicht bezahlt. Regelmäßige User werden von der Werbung, trigami-Beiträge ausgenommen, nichts mitbekommen. Und ich werde meinen Blog auch nicht rein darauf ausrichten. Würde ich es tun, würde ich auch dazu stehen. Schau dir Stylespion an.

Du schreibst Gedichte. Nicht einmal so schlecht. Du setzt dich auch mit andere Themen auseinander.

Warum musst verkaufst du dich so billig? Textlinks für 15€? Google Adsense?

Ich bin arrogant. Liegt aber sicherlich nicht an einem automatischen Rankingalgorithmus, sondern an Menschen, dich ich schätze.

(Deutsche) Blogger wollen nicht verstehen, dass…

Blogger geben nichts zurück!…sich das Internet durch gegenseitige Verlinkung entwickelt. Die sogenannte Blogosphäre war für mich zu dem Zeitpunkt absolutes Neuland und diese Begrüßung durch einen bereits “etablierten” Blogger war erschütternd! Ich wusste, dass ich nichts falsch gemacht hatte – dennoch habe ich lange darüber nachgedacht. Schließlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht so sein/denken/handeln möchte. Niemals. Wer mir und meinen Gedanken (meinen Artikeln) die Ehre erweist und einen Kommentar hinterlässt, darf auch gern einen Link hinzufügen. Darum geht es doch, oder etwa nicht?

Ein simples Rechenbeispiel für Luca Hammer

Nehmen wir an, dass ich auf 2-blog.net einen Link setze (so wie jetzt gerade geschehen) und Luca H. sich dazu herablässt, auch auf meinen Blog zu verlinken. Jetzt haben wir beide eine Empfehlung ausgesprochen und Mensch wie Maschine wissen, dass wir untereinander eine Verknüpfung erstellt haben. Das bedeutet wiederum, dass Mensch und Maschine sowohl 2-blog.net als auch meine Seite höher einstufen als zuvor. Unsere Autorität (= Glaubwürdigkeit) im Netz ist theoretisch um einen Betrag N gestiegen. Wunderbar!

Denken wir weiter: Da die miteinander verknüpften Blogs nicht nur gegenseitige Links enthalten, sondern auch andere (externe) Empfehlungen, ergibt sich eine Art Kreislauf (siehe unten).

Es geht letztlich um die Möglichkeiten, nicht um die Fakten. Unser beider Autorität ist um den Betrag N gestiegen. Menschen und Maschinen interpretieren diesen Betrag N jedoch völlig unterschiedlich. Da jedoch die Suchmaschinen meist die Impulse geben, nach denen sich die Menschen durch das Internet bewegen, wird aus dem eigentlich theoretischen Zuwachs N an Autorität auch ein realer, greifbarer Zuwachs.

Es ist ein Vorteil für beide Seiten, da mein Link auf lange Sicht die Besucherzahlen auf Luca’s Seite erhöht und Luca’s Link die Besucherzahlen auf meiner Seite erhöht. Zumindest langfristig; nämlich dann, wenn die Maschinen die Verknüpfung erkannt und verifiziert haben. Die Menschen, die diese Verknüpfung bereits vorher erkannt haben, profitieren früher von dieser Verknüpfung, da sie – in Echtzeit – auf womöglich weiterführende Informationen zugreifen können. Das Netz wächst und gedeiht. Wieder wunderbar!

Der Vorgang der gegenseitigen (anstatt einer einseitigen) Empfehlung & Verknüpfung mündet in eine astreine Win-Win-Situation. Wer es noch nicht verstanden hat, der sollte entweder über das oben Geschriebene nochmals nachdenken oder einfach weiterlesen…

Die Win-Win-Situation wird dadurch geschaffen, dass meine Verknüpfung zu Luca’s Blog (noch ein Link für dein Ego: 2-blog.net) – eine gegenseitige Verlinkung vorausgesetzt! – auch meinen eigenen Link weiter etabliert. Es ist so einfach und ich staune über die allgemein herrschende Unwissenheit. Mein eigener Link auf Luca’s Blog (seine Empfehlung für Mensch und Maschine, meine Internetseite zu besuchen) mündet in einen wunderschönen Kreislauf.

Der Kreislauf (even simpler!)

Okay, jetzt noch einmal: Mein Link auf Seite X erhöht die Autorität der Seite X um den Betrag N – umgekehrt funktioniert das auf die gleiche Art und Weise. Da die Autorität meiner Seite um N gestiegen ist, wird auch in Zukunft die Autorität der Seite X um den (theoretisch) gleichen Betrag N steigen. Nämlich dann, wenn meine Seite durch weitere (in Zukunft eher wahrscheinliche!!!) externe Empfehlungen (Links zu mir) zusätzlich an Autorität gewinnt. In diesem Fall fließt nämlich durch die bereits vollzogene Verknüpfung beider Seiten ein Teil des von meiner Seite gewonnenen Betrag N zurück zu der Seite, die meinen Zuwachs an Autorität um den ursprünglichen Betrag N erst ermöglicht hat. WOW! Das ist krass. Ich hoffe, dass du es nun endlich verstehst.

Amen.

Kategorie Persönlich
Meine persönlichen Beiträge sind eine Meinung und in jeder Hinsicht subjektiv. Dennoch beinhalten auch diese - abseits vom "Business" verfassten - Artikel durchaus bemerkenswerte Wahrheiten. Wenn dir das nicht gefällt, dann können wir gern darüber reden.

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